Genuss

 

 

Welche Zutaten dürfen ins Bier?

Die Frage nach den Zutaten von Bier sind leicht beantwortet: Nach dem Reinheitsgebot sind nur die vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zugelassen. Dies gilt in Bayern seit 1516, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

 

Dennoch können aus diesen vier Zutaten ganz unterschiedliche Biere entstehen, abhängig von der Sorte der Rohstoffe, von der Mischung, dem Brauprozess und vielen weiteren Faktoren. Deshalb schmecken Biere nicht nur verschieden und sehen unterschiedlich aus, sondern unterscheiden sich auch bei den enthaltenen Inhaltsstoffen.

 

Bier ist nicht gleich Bier

Bierbrauen ist eine vielseitige Kunst. Aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser lassen sich die verschiedensten Arten von Bier brauen. Ob herb oder süßlich, kräftig oder leicht, dunkel oder hell – je nach Rezept und Zubereitung schmeckt jedes Bier anders.

 

Drei der beliebtesten Bierarten sind Helles (auch Lager genannt), Pils und Weißbier. Sie unterscheiden sich sowohl durch die verwendeten Zutaten als auch durch den Brauprozess. Weißbier ist ein obergäriges Bier. Die zu seiner Herstellung verwendete Hefe vergärt bei 15 bis 20 Grad Celsius und steigt am Ende des Gärprozesses an die Oberfläche – daher der Begriff „obergärig“. Außerdem wird beim Weißbier, auch Weizenbier genannt, mindestens zur Hälfte Malz aus Weizenkörnern verwendet, während bei den anderen beiden Sorten ausschließlich Gerstenmalz zur Verwendung kommt. Pils und Helles sind untergärige Biere. Bei ihnen wird zur Herstellung Hefe eingesetzt, die bei etwa 5 bis 10 Grad Celsius gärt und sich am Ende des Gärvorgangs am Boden absetzt. Die beiden Sorten unterscheiden sich unter anderem durch den Hopfen. Pils ist ein hopfenbetontes Bier und schmeckt deshalb herber, während Helles ein eher malziges Aroma hat.

 

Neben den erwähnten Sorten gibt es noch viele andere, vom Leichtbier über Roggenbier bis zum Bockbier. So findet sich wirklich für jeden Geschmack ein Bier.

 

Welche Inhaltsstoffe sind im Bier?

Bier besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Den Rest teilen sich Alkohol sowie Nährstoffe zu etwa gleichen Teilen, beispielsweise Kohlenhydrate, Aminosäuren, Mineralstoffe, organische Säuren und Vitamine. Auch Ballaststoffe sind in geringer Menge enthalten, aber kein Gramm Fett.

 

Eine beispielhafte Aufstellung zeigt, wie viel wertvolle Inhaltsstoffe in einem halben Liter Bier (also einer "Portion") Pilsener Lager stecken:

Grundelemente

Wasser

460,1 g

Kohlenhydrate

14,0 g

Rohprotein

2,5 g

Alkohol

20,0 g

Kohlendioxid

2,5 g

 

 

 

 

 

 

Menge jeweils pro 500 ml
Quelle: Prof. Dr. Anton Piendl

            

Elemente, Mineralstoffe

Gesamt-Phosphor

160 mg

Kalium

259 mg

Calcium

17,5 mg

Natrium

16,5 mg

Magnesium

49 mg

Sulfat

84 mg

Kupfer

0,05 mg

Mangan

0,08 mg

Zink

0,03 mg

Eisen

0,06 mg

 

 

Tipps zum moderaten Genuss

Bewusster Biergenuss heißt, zum richtigen Zeitpunkt und im richtigen Maß zu trinken. Hierzu sollte man auf den eigenen Körper hören und gewisse Grundsätze beachten. Beispielsweise sollte man sich angewöhnen, regelmäßig zwischendurch ein alkoholfreies Getränk zu sich zu nehmen. Übrigens sind alkoholische Getränke als Durstlöscher ungeeignet – denn sie enthalten zwar Flüssigkeit, entziehen dem Körper aber auch Wasser. Und das Wichtigste: Lernen Sie, „Nein“ zu sagen, wenn man Ihnen ein alkoholisches Getränk anbietet, Ihr Körper Ihnen aber sagt, dass es besser ist zu verzichten.

 

Wie viel darf man trinken?

Es ist schwer, konkrete Richtwerte für unschädlichen Alkoholkonsum zu geben. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie gut jeder Einzelne Alkohol verträgt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt als Grenzwerte 30 Gramm für Männer, 20 Gramm für Frauen. Das entspricht 0,75 Liter beziehungsweise 0,5 Liter Bier. Diese Grenzwerte gelten, wenn man täglich Bier oder anderen Alkohol zu sich nimmt und nur an einzelnen Tagen der Woche Alkoholpausen einlegt. In jedem Fall gelten solche Grenzen nur unter normalen Umständen – in der Schwangerschaft, bei Einnahme bestimmter Medikamente oder auch am Steuer gilt: am besten ganz auf Alkohol verzichten.

 

Alkohol und Familie

Alkohol ist ein Bestandteil unserer Kultur. Deshalb ist es Teil der Entwicklung von Jugendlichen, den Umgang mit Alkohol zu erlernen. Dabei kommt den Eltern eine besondere Rolle zu. Denn Eltern haben Studien zufolge, ebenso wie Gleichaltrige, einen besonders großen Einfluss darauf, wie Kinder und Jugendliche über Alkohol denken und wie sie damit umgehen. Wichtig ist es dabei, den Jugendlichen ein gutes Vorbild zu sein und den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vorzuleben.

 

Außerdem ist es wichtig, die Altersgrenzen, die der Gesetzgeber festgelegt hat, zu respektieren. Wenn Sie als Eltern feststellen, dass Ihr Kind Alkohol konsumiert, ist es wichtig, offen mit ihm darüber zu reden. Das ist nicht immer einfach. Tipps finden Sie bei entsprechenden Ratgebern, zum Beispiel „Alkohol – reden wir drüber“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

 

Wann sollte man auf Alkohol verzichten?

Es gibt Momente, da ist Alkohol fehl am Platz. Wer Autos oder andere Fahrzeuge steuert, sollte davor ganz auf Alkohol verzichten. Andernfalls gefährdet er sich selbst und andere. Schon mit 0,5 Promille im Blut verdoppelt sich das Unfallrisiko. Auch am Arbeitsplatz kann Alkohol gefährliche Auswirkungen haben, besonders beim Bedienen schwerer Maschinen oder bei Arbeiten, die einen guten Gleichgewichtssinn erfordern, beispielsweise auf einem Gerüst.

 

Vor oder während des Sports sind Bier oder andere alkoholhaltige Getränke nicht zu empfehlen. Alkohol verringert die Reaktionsfähigkeit und die Ausdauer, führt zu höherer Verletzungsgefahr, zu Dehydration und zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, Muskelkrämpfe zu bekommen.

 

In der Schwangerschaft sollte man auf Alkohol ganz verzichten. Schon geringe Mengen können sich schädlich auf die Entwicklung des Fötus auswirken. Bei jedem Schluck Alkohol, den die Mutter zu sich nimmt, trinkt das Baby mit – nur dass das ungeborene Baby den Alkohol nicht so gut abbauen kann.

 

Auch bei Einnahme bestimmter Medikamente sollte man auf Alkohol verzichten, um Nebenwirkungen und Schädigungen der Leber zu vermeiden. Hier gilt es, die Beipackzettel der Medikamente genau zu lesen. Auch wer bereits Probleme mit Alkoholabhängigkeit hatte, sollte komplett auf alkoholische Getränke verzichten.

 

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